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22.12.2018

Ein Modellkonzept der Zukunft

Ilztalschüler präsentierten ihr pädagogisches Konzept an der Universität Passau

Passau/Hutthurm: „Warum lernen Kinder an der Ilztalschule freiwillig?“ - „Die Eltern schicken uns ja nicht in die Schule, um uns zu ärgern, sondern dass wir etwas lernen und unser Leben später in die eigene Hand nehmen können“, so lautete die Antwort von Mathilda Lederer, die momentan die dritte Klasse der Ilztalschule in Hutthurm besucht. Aber nicht nur über diese Antwort staunten die Teilnehmer an einem studienübergreifenden Seminar an der Universität Passau, bei dem Studierende der Lehramtsstudiengänge für Grund- und Mittelschule und der Fachakademie für Erzieher/-innen teilnahmen. Fünf Schüler der Ilztalschule stellten an diesem Vormittag selbstbewusst und redegewandt ihr pädagogisches Konzept vor. Die Ilztalpädagogik versteht sich als eine Mischform von unterschiedlichen reformpädagogischen Ansätzen. Frau Tanja Steinberger, Lehrkraft an der Fachakademie für Sozialpädagogik, ermöglichte zusammen mit Dr. Doris Cihlars vom Lehrstuhl für Schulpädagogik an der Universität Passau dieses Forum. Ihrer Meinung nach können Studierende von der Art des Unterrichts an der Ilztalschule sehr viel Anregungen für ihr künftiges Berufsleben mitnehmen, sei es als Lehrkraft im Rahmen der Ganztagsbetreuung oder als Erzieher in Hort oder Kindertagesstätten. Auch lobte Steinberger den Einsatz der Lehrkräfte an der Ilztalschule, „die mit Herzblut und überdurchschnittlichem Engagement, Kinder unterrichten und erziehen“.

Nachdem die Schülerinnen Mathilda Lederer und Sophia Kindermann für die Grundstufe, Helene Rossa, Elisabeth Falkner und Saphira Beccard für die Sekundarstufe den Studenten aufgezeigt hatten, wie sie sich das schulische Leben und Lernen mit Hilfe von Lernlandkarte und Coaching organisieren, wurden Fragen nach der Rolle des Lehrers und der Bedeutung von Noten diskutiert.  Die Lehrer an der Ilztalschule verstehen sich als Lernbegleiter, der den Schüler auf dem Weg durch den Lernstoff motiviert und notwendige Impulse gibt. Hierzu muss der Lernbegleiter auch nicht mit Hilfe von Noten Schüler bewerten bzw. selektieren. Fehler in einem Test dienen nicht als Grundlage zu einer Notengebung, sondern weisen lediglich auf Stoffinhalte hin, die nochmals wiederholt oder vertieft eingeübt werden müssen. Somit kann die Beziehung zwischen Lernbegleiter und Schüler vor dem Lerninhalt an erster Stelle stehen. Jeder Schüler wird in seiner Art gesehen, angenommen und gewertschätzt. Davon konnten sich alle Teilnehmer bei diesem Vortrag überzeugen und vielleicht verließ der eine oder andere die Veranstaltung ganz im Sinne des renommierten Hirnforschers Gerald Hüther: “Schule geht ganz anders, die meisten Menschen können es sich nur gar nicht vorstellen.“