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10.12.2018 | Martin H.

Erste Bewährungsprobe absolviert

Siebtklässler der Ilztalschule präsentierten „Kleine Arbeit“

 

Was haben Kapselrisse, die Geschichte Passaus und Digital Natives gemeinsam? Das sind alles Themen, für die sich Schüler der Ilztalschule so stark interessieren, dass sie sich in ihrer Abschlussarbeit der Unterstufe eingehender damit auseinandersetzen wollten.

Am vergangenen Donnerstag war für die acht ältesten Schüler aus der Sekundarstufe der Ilztalschule der große Tag gekommen, an dem sie ihre „Kleinen Arbeiten“ vor den Mitschülern und auch all deren Eltern präsentieren sollten. So ein erwachsenes Publikum stellte eine ordentliche Bewährungsprobe dar, doch aufgrund fleißiger Vorarbeit und Übung konnte es allen gelingen. „Unser Ziel ist es, bei den Kindern diese Freude an der Arbeit, die so typisch für die Ilztalschule ist, zu wecken, indem wir ihnen eine Bühne für Ihr Können geben. Wir wollen erreichen, dass jeder einzelne – egal ob viel oder wenig Talent – am Ende ehrlich richtig stolz auf die eigene Leistung sein kann.“, erklärt Lehrer Martin Hammerer und sein Kollege Jonas Klug ergänzt: „Das macht unsere Kinder stark fürs Leben. Denn wer gelernt hat, dass er etwas Schwieriges meistern kann, wird sich das immer wieder zutrauen!“

Sechs Wochen hatten sich die Schüler zuvor mit einem selbst gewählten, freien Thema beschäftigt. Das breite Spektrum ihres jugendlichen Interesses reichte von den physikalischen Hintergründen des väterlichen Arbeitsplatzes, über Stationen der deutschen Geschichte wie Anne Frank und Mauerfall, bis zu den Nahrungskreisläufen der Serengeti oder koreanischen Popstars.

Bei ihren Forschungen kontaktierten die Schüler auch erwachsene Experten, um sich besondere Fragen beantworten zu lassen. Manche schrieben E-Mails, andere telefonierten. „Am Anfang hatte ich schon ein bisschen Bammel da anzurufen, aber dann war meine Expertin an der Uni total nett und es war schön mit ihr über mein Thema zu reden und so ernst genommen zu werden“, meint Saphira, die den Lehrstuhl für jüdische Geschichte und Kultur an der LMU München zu ihrem Thema Anne Frank kontaktiert hatte.

Um den Vortrag möglichst unterhaltsam und anschaulich zu gestalten, erstellten die Schüler wie gewohnt Präsentationen am PC mit Gliederung, Bildern und anderen hilfreichen Elementen. Eine Herausforderung war es für alle, ein zugehöriges Handout mit Kopf, Gliederung und wichtigen Informationen zu erstellen. Doch am Ende entstand ein schönes kleines Heft mit der Essenz aller Vorträge.

Den Festabend selbst eröffneten die beiden Lehrkräfte, Jonas Klug und Martin Hammerer, mit Danksagungen an alle Unterstützer und einigen pädagogischen Gedanken zum Sinn der „Kleinen Arbeit“. Anschließend präsentierten vier Schüler vor den ca. 70 Interessierten, bevor es in eine kleine Pause ging. Hier stärkten sich die Gäste mit selbst mitgebrachtem Fingerfood und diskutierten über die spannenden und selbstbewussten Vorträge. Nach dem zweiten Block von weiteren vier Referaten wurden alle Schüler gewürdigt. Aus den Händen ihrer Lernbegleiter erhielten sie ein Zertifikat über die erfolgreich abgelegte Kleine Arbeit und deren wichtigste Anforderungen. Ein detailliertes Feedback erfolgte tags darauf im Gespräch mit Coach und Mitschüler anhand einer Bewertungsmatrix mit 18 Kategorien. Den Abschluss des Abends bildete das Gruppenfoto, auf dem die Freude über den bestandenen Stufenabschluss deutlich zu sehen ist. Viele wuchsen mit dieser Prüfung weit über sich hinaus und gehen nun sichtbar ein bisschen größer durch die Welt.

Wie lässt sich ein so motiviertes Lernen am Erfolg noch toppen? Gespannt kann man hier auf die „Großen Arbeiten“ der Ilztalschüler am Ende des nächsten Schuljahres sein. Gerne kann man aber auch Rahmen einer angemeldeten Hospitation die Ilztalschule und ihr Konzept näher kennen lernen.