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22.10.2019 | Martin H.

Was ist die "richtige" Schule für mein Kind?

Elterninformationsabend an der Ilztalschule

 

Am vergangenen Dienstag fand an der Ilztalschule ein Informationsabend für Eltern und Interessierte zu dem Thema statt: Wie geht es nach der 4. Klasse weiter? Was für Möglichkeiten gibt es für mein Kind? Muss es immer das Gymnasium sein?

Zunächst begrüßte Schulleiterin Irmgard Paulik die zahlreich erschienenen Eltern und interessierten Gäste, sowie die Referenten zu verschiedenen Schulformen: Irene Husmann, Beratungslehrerin für Grund- und Mittelschulen, Beratungslehrerin Kathrin Schwarz von der Mittelschule Hutthurm-Büchlberg, Michaela Hasl von der Realschule Tittling und das Pädagogenteam der Sekundarstufe der Ilztalschule mit Gymnasial- und Montessorilehrer Martin Hammerer, Mittelschullehrer Jonas Klug, Grundschullehrer und Künstler Martin Strahberger und Pädagogische Mitarbeiterin und Theaterpädagogin Angelina Grunst.

Zunächst informierte Irene Husmann über die Offenheit des Bayerischen Schulsystems, das motivierten jungen Menschen auf verschiedenste Weisen ermöglicht, zur Hochschulreife zu gelangen. Neben dem Weg übers Gymnasium, sei dies ebenso über FOS bzw. BOS, oder über Techniker- und Meisterschulen möglich. Wichtig sei dabei nur die eigene Motivation und die gelungene Hürde des Mittleren Schulabschlusses, der jetzt auch an der Ilztalschule nach der 10. Klasse erworben werden kann.

Anschließend berichtete Kathrin Schwarz über die Möglichkeiten an der Mittelschule am Beispiel der MS Hutthurm-Büchlberg. Sie zeigte die Vorteile einer praktischen Ausbildung in der aktuellen Arbeitsmarktsituation und erklärte die konkrete Ausgestaltung von Regel- und M-Klassen. Beratungslehrkraft Michaela Hasl erläuterte die verschiedenen Zweige, die Realschulen im Landkreis anbieten und ging auf die Leistungsanforderungen ein. In Vertretung des erkrankten Volker Zoerner, Gymnasium Freyung, erläuterte Frau Irene Husmann die Grundzüge der Schulform Gymnasium und verwies auf entsprechende Webseiten und Besuchstage.

Als nächstes stellte sich die Sekundarstufe der Ilztalschule mit allen hauptamtlichen Lehrkräften vor. Martin Hammerer eröffnete mit der Verortung der Ilztalschule im Bayerischen Schulsystem. Die Klassen 5 bis 10 der Ilztalschule sind als Mittelschule genehmigt. Wie in der Grundschule seit 10 Jahren umgesetzt, möchte die Sekundarstufe auch eine Schule für Alle sein: „Ilztalschule – die Schule für Alle“. Die Ilztalschule möchte jedem Kind, mit seinen persönlichen Stärken und Schwächen gerecht werden: Echte Inklusion, denn es ist normal, anders zu sein. Die Jugendlichen werden entsprechend unterschiedlich auf die angestrebten Abschlüsse nach der 9. Klasse (Quali) oder nach der 10. Klasse (M10+) vorbereitet. Beispielsweise wird für Schüler, die das Allgemeine Abitur anstreben, zusätzlich Französisch als zweite Fremdsprache, Teilnahme an Jugend forscht oder „Mathe plus“ angeboten. Martin Hammerer, schloss mit dem Appell an die Eltern, nicht nur die Leistungsfähigkeit des eigenen Kindes für die Schulwahl zu beachten, sondern auch zwei weitere Fragen zu bedenken: Geht es meinem Kind in diesem prägenden Lebensabschnitt von 11-16 Jahren wirklich gut an der gewählten Schule?  Und: Was soll mein Kind aus der Schulzeit mitnehmen, das nicht mit Noten zu beziffern ist – welche Werte, welche Verhaltensweisen, welche Arbeitshaltung? Die „Ilztalschule für Alle“ bietet Alternativen, die sich von den Regelschulen unterscheiden.

Wie das in der schulischen Praxis an der Ilztalschule umgesetzt wird, erklärten Irmgard Paulik und Angelina Grunst anhand der zentralen Begriffe Individualität, Sozialverhalten und Wertschätzung. Dabei gingen sie auf besondere Aspekte ein, wie den Verzicht auf Noten, die Freiarbeit mit Coaching, die Altersmischung der Klassen, die Persönlichkeitsbildung oder die Beziehungsarbeit zwischen Lernenden und Lehrenden. Diese Ilztaler Werte- und Lernkultur bilde die jungen Menschen von morgen eben auf eine ganz besondere Weise. Sie sind bereit, sich Herausforderungen zu stellen und etwas zu leisten.

 

Die außergewöhnliche Arbeitsweise der Sekundarstufe an der Ilztalschule konkretisierte Klassenlehrer Jonas Klug anschließend am aktuellen Stundenplan. Dieser ermöglicht es den bisherigen Jahrgängen 5 bis 8, Schule einerseits als eine echte Gemeinschaft zu leben und andererseits doch in spezifischen Inputs alters- und leistungsgerechte Lernangebote zu nutzen. Kern sei neben den täglichen demokratischen Kreisen die individuelle Freiarbeit, die von Inputs und Kursen bereichert wird. Jonas Klug ging dann noch auf weitere Besonderheiten ein, so beispielsweise das Fach Naturzeit, bei dem die Schüler einen Nachmittag meist draußen verbringen und Inhalte von Agrar bis Survival erlernen. Außerdem informierte er über die fundierte Unterstützung bei der Berufswahl mit zahlreichen Praktika, sowie der engen Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur. Das Konzept der „Jugendschule“ mit ihrer Schülerfirma in der 8. Klasse sei hier ebenso ein Vorzeigeprojekt, das man mit Unterstützung des Deutschen Schulpreisträgers aus Potsdam aufgebaut habe. In der Jugendschule lernen die Schüler selbständiges wirtschaftliches Denken, das die soziale Verantwortung nie aus den Augen verlieren dürfe. Insgesamt spiegle also der vielschichtige Stundenplan die schülerorientierte Arbeitsweise der Sekundarstufe wider.

Wer die Ilztaler Schüler persönlich zu deren Erfahrung befragen und die Räumlichkeiten kennenlernen möchte, hat dazu am Samstag, den 16. November 2019, beim Tag der offenen Tür an der Ilztalschule von 14 bis 17 Uhr Gelegenheit. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.