Eigenverantwortung der Kinder

versuchen wir durch folgende Anforderungen anzubahnen:

Die Lernumgebung

Durch die systematisierte, vorbereitete Lernumgebung wird der Lernweg sowohl in der Materialanordnung repräsentiert, als auch durch die ständigen Pädagogeninputs den Kindern aufgezeigt. Einen Überblick über die Lerninhalte der Grundschule gibt den Kindern die bereits erwähnte „Lernkarte“. Die Kinder arbeiten täglich in der Freiarbeit selbstständig und selbstverantwortlich. Sie wählen ihr Material aus, mit dem sie sich beschäftigen wollen, und wissen durch die Zuordnung des Materials zur Lernkarte auch, welches Lernziel sie damit verfolgen.
Durch die materialimmanente Kontrolle jedes Materials entfällt die Korrektur durch den Lehrer, so dass Kinder eine selbstverantwortliche Haltung zum Lernen entwickeln können.

Das Lernen erfolgt also in einem Wechsel zwischen Inputs der PädagogInnen eigenständiger Übung und Vertiefung und eigenständiger Überprüfung der eigenen Kenntnisse an objektiven Kriterien (Tests).

Junge beim entdecken des Sonnensystems

Reflektion und Feedback

Lisa Büttner beim gemeinsamen lernen mit einem Schüler

Zudem reflektieren die Kinder täglich ihre Arbeit im sogenannten Tagesrückblick. In diesem Heft halten die Kinder fest, was sie gearbeitet haben, was sie Neues dazu gelernt haben und wie sie mit ihrer Arbeitsweise an diesem Tag zufrieden sind. Der Tagesrückblick fließt auch in die Reflexionsphase der PädagogInnen nachmittags mit ein.

Eine Eigenreflexion der Kinder über einen längeren Zeitraum hinweg findet zum jeweiligen Halbjahr statt. Die Kinder wählen aus jedem Fach besonders gelungene Arbeiten aus und präsentieren sie in einem Kind- Lehrer- Eltern- Gespräch. Dieses Portfolio wird am Schuljahresende durch einen persönlichen Brief der PädagogInnen an das Kind ergänzt, in dem sämtliche Arbeiten, die das Kind in diesem Schuljahr geleistet hat, wertungsfrei zusammengestellt werden. Einzig über das Verhalten in der Gruppe und das Arbeits- und Lernverhalten bekommen die Kinder von den LehrerInnen ein beratendes Feedback.

Übergeordnetes Ziel soll die Entwicklung des Kindes hin zu einem autark Lernenden sein, der unabhängig von Lob und Tadel (hierzu zählen auch Noten) sein Selbstkonzept und seine Lernfreude aufbaut.

Der Morgenkreis als Gremium der Mitbestimmung

Täglich findet um ca 9.00 Uhr der Morgenkreis statt. Kinder und auch PädagogInnen können ihre Beiträge einreichen, wie z. B. Referate, Geschichtenlesungen, Buchvorstellungen oder Problembesprechungen. Der Kreispräsident übernimmt die Moderation dieses Morgenkreises. Hier wird abgestimmt und die Konsequenzen sind für alle gültig. Zum Beispiel gab es Konflikte in der Pause an der Böschung (für die Kinder „Lager“). Es wurden im Kreis gemeinsame Regeln gefunden, von allen unterschrieben und diese sind bis jetzt gültig.

Alle Schüler und Lehrer beim Morgenkreis

Die Referate der Kinder sind ein weiterer Beitrag für den Morgenkreis. Die Kinder wählen selber ihre Themen und stellen diese meist mit Plakaten vor. Auch selbstgedrehte Tierfilme werden vorgestellt und viele Haustiere werden zur Demonstration mitgebracht.

Die Kinder haben ein sehr gutes Gespür dafür, was jeder fähig ist zu leisten. Nach jedem Vortrag erfolgt die Bewertung des Referats anhand festgelegter Kriterien (Anschaulichkeit, Gliederung, Zuhörerorientierung, Informativität) durch die Kinder. Fachlich ergänzen wir PädagogInnen den Morgenkreis noch durch eine kinästhetische Übung, durch eine Kopfrechenphase und eine Sprachübung in Deutsch oder Englisch (z. B. Üben der Wortarten oder der Satzanalyse).

Auch haben wir Dienste für alle Zuständigkeitsbereiche wie Gießdienst, Postbote, Aufräumdienst, BibliothekarIn, Wetterdienst (der die Wetterprognose im Morgenkreis vorstellt), einen Nachrichtendienst (der die neueste Nachricht der Klasse im Morgenkreis präsentiert) und einen Schildkrötendienst.