Soriya Center for Children, Kambodscha

Hier gehts zum Flyer unserer Partnerschule.


Das SORIYA Center for Children in Keov Mony, Kambodscha, wurde 2007 von Irmgard Paulik – Ilztalschule für alle, Kalteneck – gegründet.

Diese Schule in Kambodscha unterstützt die lokalen Bildungseinrichtungen in ihrer Arbeit. Kinder und Jugendliche lernen gemeinsam in altersgemischten Gruppen. Auf der Grundlage reformpädagogischer Ansätze tritt die Sprachbarriere in den Hintergrund und individuelle Begabungen in den Fokus pädagogischen Handelns.

Seit der Gründung wird die Schule von Studierenden und Freiwilligen dabei unterstützt.

Finanziert wird das Projekt durch Spenden aus Deutschland.

Lehrerfortbildung in Kambodscha

Um das Projekt nachhaltig zu sichern soll die Schule von einheimischen Lehrern geleitet und weiterentwickelt werden.

Zu diesem Zweck führt Irmgard Paulik pädagogische Schulungen des Personals in Kambodscha durch. Das Konzept setzt auf Multiplikatoren in Kambodscha und ist - im August 2014 zusammen mit Tamara Schrettl – auf großes Interesse gestoßen.

Nach dem Erfolg im Vorjahr wurde auch 2015 wieder eine Lehrerfortbildung, dieses Mal gemeinsam mit Tamara Schrettl und Johannes Paulik, angeobten.

Als Vorbereitung auf die vielfältigen Aufgaben im Soriya Center for Children absolvieren die Lehramtsstudenten der Uni Passau ein min. 2-wöchiges Praktikum an der Ilztalschule bevor sie für 2-3 Monate nach Kambodscha reisen.

Zu Beginn des Schuljahres 2015/16 hospitierte außerdem Sunmin aus Korea, die längerfristig in Kambodscha arbeiten wird, für 6 Wochen an verschiedenen Einrichtungen, u.a. dem Waldkindergarten in Salzweg, der Kindergroßtagespflege Freyung und natürlich an der Ilztalschule.

Projektforschung

Seit dem WS 14/15 arbeitet das Soriya Center for Children mit dem Lehrstuhl für Grundschul-pädagogik an der Universität Passau zusammen. Das Projekt wird von Prof. Dr. Christina Schenz wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

Dabei werden auch Lehramtsstudierende im Rahmen von Qualifizierungsarbeiten an dem Projekt beteiligt und Lehrveranstaltungen mit Exkursion an das Soryia Center for Children geführt.
Interessierte WissenschaftlerInnen und Studierende, die mehr darüber wissen wollen, melden sich bitte bei christa.listl@uni-passau.de

 

 

Erfahrungsbericht von Tamara Schrettl

"Insgesamt habe ich 11 Wochen in Keov Mony verbracht. Mein Tätigkeitsbereich war sehr breit gestreut. Zum einen habe ich die Lehrer geschult, die bis zu diesem Zeitpunkt den Umgang mit den Lernmaterialien noch nicht beherrschten. Gleichzeitig habe ich im Alltag mitgeholfen und mit den Kindern gearbeitet. Dank der Montessori-Materialien war die Sprach-Barriere für mich und die Kinder kein Problem. Die Arbeit mit ihnen war erfüllend und hat mir besonders Spaß gemacht. Die Entwicklung des Zentrums stand außerdem im Fokus meiner Arbeit. So haben wir beispielsweise einen neuen Stundenplan eingeführt. Zusammen mit Irmgard Paulik durfte ich zudem ein Lehrer-Training mitorganisieren und leiten.

Die Qualität des Bildungssystems in Kambodscha kann keinen westlichen Standards standhalten und so halte ich es für sehr wichtig, dass die Kinder von Anfang an Selbständigkeit und Unabhängigkeit lernen. Unsere Kinder haben sofort auf die zahlreichen Montessori-Materialien reagiert, die im Zentrum bereits vorhanden sind. Ich konnte bei vielen Kindern einen enormen Lernzuwachs feststellen und habe gesehen, wie sie aufblühen, wenn man ihre Bedürfnisse ernst nimmt.

Meine Zeit in Kambodscha war sehr prägend für mich und so werde ich mich auch in Zukunft am Projekt beteiligen und hoffentlich bald wieder nach Keov Mony reisen."

Tamara Schrettl, Lehramtsanwärterin

Tamara Schrettl

Erfahrungsbericht von Barbara Baumann

Barbara Baumann

Meine acht Wochen in Kambodscha, im Soryia Center waren eine sehr schöne Erfahrung. Das Beste war natürlich die Arbeit mit den Kindern direkt, aber auch die Zusammenarbeit mit der Lehrerin und das gemeinsame weiterentwickeln der Schule, waren sehr lehrreich.

Am Vormittag arbeitete ich mit den Materialien mit den Kindern. Dabei war es besonders faszinierend, dass die Sprache kein Problem darstellte. Die Zahlen lernt man sehr schnell auf Khmer und die restliche Verständigung funktioniert mit den Kindern sehr intuitiv. Man merkt schnell, wie überflüssig verbale Kommunikation sein kann und wie einfach es ist, das Wesentliche vor zu zeigen.

Besonders viel Freude bereitete mir die Arbeit mit den Großen aus der Enrichment Class am Nachmittag. Es war großartig zu sehen wie schnell und mit wie viel Engagement sie lernen wollen.

Am liebsten wäre ich noch viel länger geblieben und ich freue mich, wenn ich nochmal die Möglichkeit bekomme in Soryia zu unterrichten und zu lernen.

Barbara Baumann, Lehramtsstudentin

Exkursion nach Kambodscha (2020)

Hutthurm. Im Oktober 2007 gründete die Schulleiterin der Ilztalschule in Kalteneck, Irmgard Paulik, die reformpädagogische Schule Soriya in Kambodscha, was in der Khmer-Sprache "Sonne" bedeutet. An Silvester reisen einige Schüler der Kaltenecker Sekundarstufe nach Asien, um die Partnerschule zu besuchen, wie die Schule in einer Pressemitteilung schreibt.

Das Projekt in Kambodscha wurde durch die Kooperation mit der Jesuiten-Mission erfolgreich gestartet und auch durch viele weitere Aktionen, wie den alljährlichen Solidaritätslauf in Tiefenbach, unterstützt und vorangetrieben. Seit der Gründung vor zwölf Jahren besuchte Irmgard Paulik "Soriya" schon um die 20 Mal und begleitete die Entwicklung der Schule. Sie brachte von diesen Reisen auch viele Erzählungen und Geschichten in ihre deutsche Schule, die Ilztalschule in Kalteneck, mit. Einige Kinder waren davon so fasziniert, dass sie eines Tages fragten: "Wann nimmst du uns endlich einmal mit nach Kambodscha?"

 

Diese Idee von einer gemeinsamen Reise wird nun in die Realität umgesetzt: Sechs Schüler brechen zusammen mit drei Reisebegleitern von der Ilztalschule auf, um das tausende Kilometer entfernte asiatische Land zu erkunden. Dabei steht sowohl die Arbeit an der Schule im Dorf Keov Mony als auch die Erfahrung kambodschanischer Kultur und Geschichte auf dem Programm, wie es in der Pressemitteilung heißt.

Mit großer Begeisterung bereitet das "Kambodscha Team", wie sich die Jugendlichen nennen, sogar in den Ferien Material vor, wie den "trinomischen Kubus" oder ein Schaustück, das die wissenschaftliche Entwicklung eines Reiskorns verbildlicht. Dieses wollen sie in dem fremden Land den kambodschanischen Schülern und Lehrern präsentieren und zusammen mit ihnen reproduzieren. Sie haben schon Kontakt mit dem verantwortlichen Projektleiter des JS (Jesuit Service) und den Lehrern vor Ort aufgenommen, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. Außerdem beinhaltet die vorläufige Reiseplanung die Besichtigung des Weltkulturerbes Angkor Wat, einer Tempelstadt der alten Khmer, und der Hauptstadt Phnom Penh. Auch die Auseinandersetzung mit dem grausamen Völkermord zur Zeit des Pol Pot Terrorregimes und dem daraus folgenden langjährigen Bürgerkrieg ist Teil des Programms.

Mit dem Näherrücken des Abreisetages am 31. Dezember steigt die Aufregung, aber auch die große Vorfreude auf die 20-tägige Reise. Von der Exkursion erhoffen sich die Teilnehmer, den kambodschanischen Schülern und Lehrern neue Formen des Lernens in Mathematik, Naturwissenschaften und Englisch zu vermitteln. Zudem freuen sich die Schüler auf die Chance, in der Fremde einmalige Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln.

Um die hohen CO2-Emissionen der Flüge von fast fünf Tonnen pro Person auszugleichen, versuchte das "Kambodscha Team" am Tag der offenen Tür der Ilztalschule durch den Verkauf von kambodschanischen Stoffprodukten und Bäumen, die in Kambodscha gepflanzt werden, Geld zu sammeln. Insgesamt konnten sie einen Betrag von 580 Euro verdienen, die an ein Projekt der Jesuitenmission gehen, das sich die Aufforstung gerodeter Waldflächen in Kambodscha zur Aufgabe gemacht hat. Laut Experten wiegen 580 Euro den CO2-Verbrauch aber bei weitem nicht auf. Um auf das geforderte Ziel von 50 Euro pro Tonne (statt der von der Regierung festgelegten 10 Euro) zu kommen, sind weitere Sammel- und Spendenaktionen geplant.

Eine Aktion findet im Rahmen eines Kambodscha-Tages an der Ilztalschule statt. Neben dem kulturellen Angebot werden die Gäste genauestens über die Erfahrungen und Erkenntnisse der Exkursion informiert. Die Exkursion kann außerdem über regelmäßige Reiseberichte der Schüler auf der Homepage der Ilztalschule (www.ilztalschule.de) mitverfolgt werden.?

Von Kalteneck nach Kambodscha

Schüler der Ilztalschule drei Wochen bei Hilfsprojekt in südostasiatischem Land – "Teacher-Training" für dortige Lehrer

"Habt ihr wirklich Schlangen gegessen? Wohnen da echt Kinder, die kaum laufen können, weil sie immer auf einem Boot leben? Und die verbrennen all ihren Plastikmüll einfach vor dem Haus?" Die Mitschüler können es gar nicht glauben, was alles heraussprudelt aus den Mitreisenden des "Kambodscha-Teams", seit diese wieder aus Südostasien zurück sind an ihrer Schule in Kalteneck in der Gemeinde Hutthurm. Sie werden nicht müde, von ihren faszinierenden Erlebnissen und Eindrücken zu berichten.

 Los ging das große Abenteuer an Silvester. "Ich bin zum ersten Mal geflogen", erzählt der zwölfjährige Fabian immer noch ganz aufgeregt. Von Frankfurt ging es über Bangkok nach Phnom Penh, wo die Reisenden von Pater Noel von der Bildungseinrichtung "Soriya" abgeholt wurden. "Wir sind seit 1977 befreundet", erzählt Irmgard Paulik, eine der Ilztal-Schulleiterinnen. Sie war schon unzählige Male in dem fernen Land und leistet dort Entwicklungsarbeit.

Und auch diesmal war es nicht nur Abenteuer, sondern Arbeit mit den Kindern und Lehrern von "Soriya", was Sonne in der Landessprache Khmer heißt, rund 200 Kilometer von der Hauptstadt entfernt, mitten auf dem Land. Diese Farm in Kambodscha mit Schule, Landwirtschaft und Kindergarten wird seit Jahren durch viele Aktionen im Landkreis, wie etwa dem alljährlichen Solidaritätslauf in Tiefenbach, unterstützt, um der Landflucht entgegenzuwirken und auch die bereits verlorene Tradition des Reisanbaus wiederzubeleben. "Teacher-Training" lautete das Motto der Reise. Nach ein paar Tagen Kennenlernen der Hauptstadt – "da stinkt es furchtbar und die hupen ständig", wie Fabian im Gedächtnis geblieben ist, – ging es mit dem Tuctuc aufs Land.

"Die Schule war am coolsten", erzählt die 14-jährige Helene Rossa. Sie hatte einen "trinomischen Kubus" im Reisegepäck, um an der Schule Lehrern und Kindern nachhaltige pädagogische Methoden anschaulich zu zeigen. Lukas Fischl beschrieb seinen aufmerksamen Zuhörern bei "seinem" Reisprojekt effektivere Anbaumethoden vom Korn zur Pflanze, Pascal erklärte den Kindern, wie man mit Montessori-Material am einfachsten Rechnen lernt, Elisabeth demonstrierte den aufmerksam lauschenden Kindern und Lehrern mit Hilfe eines Nagelbretts, wie man geometrische Figuren leichter versteht.

"Die Idee ist, dass die Lehrer dort Materialien bekommen, die sie selber herstellen können, und ihnen zu zeigen, wie sie sie anwenden können", erklärt Irmgard Paulik.

Ein Höhepunkt für den zwölfjährigen Fabian war das Bauen eines eigenen Pizzaofens am Schulgelände. Er erinnert sich aber auch an den ständigen Plastikgestank in der Nase. "Da gibt es keine Müllabfuhr, die verbrennen einfach alles", hat der 18-jährige Elias Liebl, als Bufdi an der Ilztalschule mit dabei, auf der Reise durch das fremde Land beobachtet. Probleme sind in der Region neben Wassermangel die immensen Plastikmüllberge.

Zu Besuch war die eifrige Truppe auch bei den "Floating villages", ein Dorf von Hausbooten auf dem Wasser, wo Kadaver von Hunden, Plastikmüll und Fäkalien schwimmen. "Die Leute trinken das Wasser", kann Elisabeth Falkner es immer noch nicht glauben, unter welchen Verhältnissen die Menschen dort leben. "Wenn wir das trinken würden, dann würden wir uns sofort infizieren", weiß die Zwölfjährige mittlerweile genau. Deshalb passten die Kinder gut aufeinander auf, tranken nur Wasser aus der Flasche, aßen, was "safe" ist, zeigten den Kambodschanern, wie man Bambusstrohhalme und Wachspapier macht. "Die Idee ist vorzumachen, wie man Plastik einsparen kann", erklärt Irmgard Paulik.

Von vielen Begegnungen erzählen die Schüler, wobei die Sprache manchmal eine kleine Schwierigkeit war. Doch mit viel Gestik und "über Englisch konnten wir uns schon einigermaßen verständigen", berichtet Bufdi Elias, der die 20-tägige Reise auch in beeindruckenden Bildern festgehalten hat. Ihn hat vor allem die Gastfreundschaft der Leute, die Offenheit, der Zusammenhalt fasziniert. Die riesigen Bäumen im Weltkulturerbe Angkor Wat, eine uralte Tempelstadt der Khmer, sind Lukas Fischl besonders in Erinnerung geblieben – und die Affen und die vielen Schlangen, auch mal im Gästehaus in "Soriya", wo die Helfer aus Deutschland auf dünnen Matratzen unter dichten Moskitonetzen schliefen. "Dass die Menschen auch ohne Geld glücklich sind und viel Zeit für ihre Kinder haben", fand die zwölfjährige Elisabeth besonders schön.

Hoffnung liegt jetzt auf der 19-jährigen Kambodschanerin Kun. Ihr Traum wäre, Lehrerin an der Schule zu werden, habe sie den Reisenden aus Deutschland erzählt. Und Irmgard Paulik gibt zu, dass das auch ihr Traum wäre. "Die kommt aus dem Dorf, hängt daran, würde gern als Lehrerin arbeiten. Meine Hoffnung wäre, dass sie Soriya weiter ausbaut," will sie das Hilfsprojekt in gute Hände legen.

KAMBODSCHA-TAGAm 6. März ist an der Ilztalschule großer "Kambodscha-Tag" für alle Interessierten. Neben einem Bildervortrag sowie Reise- und Erfahrungsberichten ist ein kambodschanisches Buffet geplant sowie der Verkauf von Produkten aus der Region. Der Erlös fließt in die Hilfsaktion, mit der in Kambodscha Bäume gepflanzt werden sollen. 600 Euro sind bereits gesammelt worden, die an das Projekt der Jesuitenmission gehen, das sich die Aufforstung gerodeter Waldflächen in Kambodscha zur Aufgabe gemacht hat – auch, um die hohen CO2-Emissionen der Flüge von fast fünf Tonnen pro Person auszugleichen. Weitere Sammel- und Spendenaktionen sind geplant.

PNP - Sibylle Neumeier